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1. Rundbrief von Ruth Schulze aus Costa Rica

RuthAm 30. September 2010 gegen 6:55 Uhr (deutsche Zeit: 14:55 Uhr) erblickte ich nach einem einwandfreien Flug und einer Gott sei Dank problemlosen Einreise, das Licht von Costa Rica. Don Luis, mein dortiger Chef der Kindertagesstätte, ein sehr sympathischer und fürsorglicher Tico (so werden die Costa Ricaner genannt, Tico und Tica) holte mich ab. Dank seiner Fahrkünste durch den für deutsche Verhältnisse wirklich sehr chaotischen Verkehrsdschungel mit metertiefen Schlaglöchern kam ich in dem Stadtteil Purral bzw. Kurú sicher an, wo ich arbeite und wohne.

Meine Gastfamilie besteht aus einer Gastmutter Johanny, meinem Gastbruder Álvaro (20 Jahre) und meiner Gastschwester Mabel (24 Jahre), weitere Töchter wohnen ganz in der Nähe. Die Häuser hier in San José sind alle recht klein, komplett vergittert und ein Haus direkt neben dem anderen. Mein Zimmer ist ausreichend groß und gemütlich. Meine Gastfamilie kümmert sich sehr lieb um mich und hat mich herzlich aufgenommen. Ich fühle mich schon sehr wohl hier.

An das Essen hier muss ich mich noch ein wenig gewöhnen, denn wenn man wollte, könnte man 3x täglich Reis und Bohnen bekommen (ein typisches Tico Frühstück: Gallo de Pinto, das ist das Nationalgericht hier, das aus gebratenen Bohnen mit Reis und dazu ein Ei besteht), außerdem gibt es gebratene Bananen und generell viel Obst. Ich freue mich schon drauf, viele exotische Sorten zu probieren. Am Samstag durfte ich in das Vergnügen kommen, Spaghetti zu essen. Ich muss ehrlich sagen, dass mich das riesig gefreut hat!!

Mit der Sprache komme ich erstaunlicher Weise recht gut zurecht, wenn jemand mit mir spricht, versteh ich denjenigen meistens, wenn nicht frage ich nach und dann wird’s mir nochmal erklärt. Allerdings wenn Ticos untereinander miteinander reden, kann ich mit meinem Spanischkenntnissen einpacken, die sprechen dann einfach zu schnell. Aber da bin ich zuversichtlich und hoffe darauf, sie in ein paar Wochen/Monaten zu verstehen.

San José liegt relativ hoch, um die 1500 Meter, hier ist es sehr bergig. Die Kindertagesstätte des ACJ (CVJM), in der ich mit Kindern aus sehr armen Familien arbeiten werde, liegt ca. 150 Meter von meinem dortigen zu Hause entfernt und brauche etwa nur 3 Minuten, einfach über die Straße – sehr praktisch. Die Leute im ACJ sind sehr freundlich, man fühlt sich willkommen, gewollt und wohl . Sie freuen sich, dass ich da bin und das tut gut zu wissen, dass man dort vor Ort gebraucht wird!!

Vom Land selbst kann ich euch schon ein bisschen berichten, denn ich habe am Sonntag den Vulkan Irazú besucht, es war sehr beeindruckend erst einmal durch die Gegend zu fahren, ich konnte nur gucken und Fotos machen, ich war total beeindruckt. Dann der Vulkan selbst ist der absolute Wahnsinn, unglaublich schön. Hab mir auch schon den ersten Sonnenbrand geholt. Ich freue mich drauf noch viel mehr zu sehen und zu entdecken. Die Menschen hier sind alle sehr klein, meine Gastmutter ist über einen Kopf kleiner als ich und so groß bin ich wiederum auch nicht (1,65m).

Aileen, eine Tica, die für ein Jahr in meiner Familie in Deutschland gelebt hat, konnte ich am Samstag treffen, was mich sehr gefreut hat und auch ein wenig Heimat zu mir gebracht hat. Denn die ersten Tage/ Wochen sind hart für mich. Ich habe mit Kulturschock, Jetlag (8 Stunden sind wirklich viel), Heimweh und einer Grippe zu kämpfen. Aber das ist ganz normal und ich bin mir sicher, dass das vorbei geht. Ich danke Gott dafür, dass er mir beisteht und mich stärkt. Ich merke auch von Stunde zu Stunde, wie ich mich an all das Neue hier mehr und mehr gewöhne und mich wohler fühle. Vielen Dank für Gebete und geistliche Unterstützung!! Ich freue mich sehr auf die Arbeit mit den Kindern hier, die am Montag beginnt, davon werde ich euch dann im nächsten Teil berichten. Gottes Segen und sehr liebe Grüße aus einem schönen, verregneten, aber auch sonnigen und warmen Costa Rica.

 

Eure Ruth

 

PPS: Ich hab einen Blog: www.free-blog.in/RuthinCostaRica

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