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4. Rundbrief von Ruth Schulze aus Costa Rica

Hallo ihr Liebenruth4


Nein, es ist noch nicht zu spät, euch allen ein frohes, neues, gesundes, glückliches und gesegnetes Jahr 2011 zu wünschen!!


Ich hoffe, ihr habt Weihnachten und Silvester alle schön verbracht und erfreut euch am neuen Jahr 2011. Ich habe beides mit meiner Gastfamilie in San José gefeiert. Heilig Abend haben wir die katholische Weihnachtsmesse besucht, danach gab es ein Essen und Bescherung. Um Mitternacht wurde das Jesuskind in die Krippe gelegt und ein Gebet gesprochen. Fand ich gut, denn so wird das eigentliche Geschenk von Weihnachten nicht vergessen. Den 1. Weihnachtsfeiertag waren wir zu Hause und haben den ganzen Tag zusammen Filme angeguckt und entspannt.


Am 2. Weihnachtsfeiertag hat es mich mit meiner Mitvoluntärin Jaci an die Karibikküste nach Puerto Viejo verschlagen. Als wir in San José in den Bus gestiegen sind, hat es geregnet, als wir in Puerto Viejo ausgestiegen sind, hat es in Strömen geschüttet!! … Das war erstmal ein kleiner Bruch in meinem Karibikweltbild, denn ich konnte mir ehrlich gesagt nicht einmal im Traum vorstellen, dass es an der Karibik je regnen könnte. Aber falsch gedacht; auf diese Weise wurde meine Allgemeinbildung erweitert und ich weiß jetzt, dass es an der Karibikküste sehr oft und viel regnen kann und ein feuchtes Klima herrscht; wie im Regenwald – ich konnte die Luftfeuchtigkeit sogar sehen!!! Trotz des Regens, der die 4 ½ Tage zu ¾ dominiert hat, war es sehr beeindruckend, Karibikflair zu erleben. Wir haben in einem mit Mosaik verzierten Hostel in einer Hängematte geschlafen, von dort aus man das Meer rauschen hören konnte. Das Meer war leider so stürmisch und wild, das ich es nur bis zu meinen Knien genossen habe. Für jeden erfahrenen Surfer sind die 4 Meter hohen Wellen natürlich ein absolutes Paradies. Die Bevölkerung der Karibikküste ist hautpsächlich sehr dunkelfarbig und allgemein sehr gemütlich. Die Menschen fahren mit ihren Fahrrädern, Surfbrettern oder Pickups durch die Gegend oder gammeln am Strand und scheinen alle Zeit der Welt zu haben.


Silvester habe ich mit meiner Gastfamilie plus Onkel, Tanten, Cousinen, Cousins, etc… gefeiert. Es gab ein Riesenschweinebein (20kg) zu essen, der Geschmack hatte große Ähnlichkeit mit Sauerbraten und war dementsprechend richtig lecker. Um kurz vor Mitternacht haben wir das Radio angestellt, Weintrauben verteilt, uns in einem Kreis aufgereiht, an den Händen genommen und die Sekunden runter gezählt. In den letzten 5 Sekunden haben wir alle Weintrauben gegessen und runtergeschluckt, danach die Hymne gesungen und dann „Feliz año nuevo“ gewünscht. Anschließend sind wir hinausgegangen, haben den Nachbarn und allen Bekannten, die man getroffen hat, auch ein „Frohes neues“ gewünscht und währenddessen das Feuerwerk über San José bewundert.


Am 2. Januar bin ich nach Nicoya, an die sonnige Pazifikküste, zu Aileen und ihrer Familie gefahren. Dort war es wunderschön!!! Einen Tag haben wir eine Strandtour gemacht, Flüsse mit dem Auto durchquert, Affen im Baum angeguckt, Schildkröten im Wasser erahnt, Meer genossen und wurden abends mit einem wirklich wahnsinnig tollen Sonnenuntergang und Regenbogen beschenkt. Den Tag danach sind wir zum Vulkan Arenal gefahren, der noch aktiv ist und bei dem es unterhalb Thermalbäder gibt, mit Vulkanheißem Wasser. Auf dem Weg dorthin gab es süße Tiere (den Namen hab ich leider vergessen), die man füttern konnte. Nicht nur die Namenlose Tiere konnte ich bewundern, sondern auch Krokodile und Schmetterlinge, die dort in Gehegen vorhanden waren. Krokodile sehen ja wirklich gemeingefährlich aus (sind sie wohl auch), und das obwohl sie original wie Statuen aussehen. Ansonsten habe ich die Gemeinschaft mit Aileen und ihrer Familie sehr genossen, ich mag Aileen, ihre Eltern, ihre Schwestern, ihr Haus, ihre Hunde … .


An meinem letzten Ferientag war ich mit meiner Gastfamilie auf einer Finca mit Freibad, es war ein sehr schöner Ferienabschluss.
Seit dem 10. Januar bin ich wieder täglich (Montag bis Freitag) mit meinen Kids von Ana Frank zugange. Das bedeutet Malen, basteln, Spiele spielen, Spiele ausdenken, Streit schlichten, Grenzen zeigen, trösten, kuscheln, lachen, … und vieles mehr. Vor 2/3 Wochen konnten wir sogar in einem Planschbecken herumtoben. Die Sonne schien und die Kinder waren vom „Hai“ spielen und planschen so begeistert, dass sie kaum aus dem Wasser zu bekommen waren. Am 10. Februar hat die Schule für meine Kinder aus Ana Frank wieder begonnen und für einige war das auch der Allererste Schultag, mit mühevollen Frisuren und Schuluniformen sind sie stolz in das Leben der Schüler gestartet.


Bei den älteren Kindern von Ana Frank geht es oft ganz schön drunter und drüber; die Kinder sind schwer zu bändigen und haben ihren eigenen großen Kopf. So bedarf es häufig auch einer hundertsten Ermahnung ;). Rocío (die Zuständige für die älteren Kinder), Jaci (meine Mitvoluntärin) und ich haben einen neuen Plan mit festen Zeiten erstellt, sodass etwas mehr Ordnung und Disziplin in die Gruppe kommt. Außerdem haben wir vor, den Kids Englisch spielerisch schmackhaft zu machen, wollen Sport- und Tanzübungen mit ihnen durchführen und geleitete Bastelstunden abhalten. Hier bitte ich euch um Gebete, dass wir Ideen, Freude, Motivation, ganz viel Liebe, Kraft und den richtigen Umgang für die Kinder haben. Außerdem für die Kinder selbst, dass sie die nötige Zuneigung und Förderung erfahren, die sie brauchen und vor allem auch verdient haben, und dass sie Gottes Liebe erleben.

Mitte Januar durfte ich mit den Jugendlichen des ACJ und ganz vielen wahrscheinlich zukünftigen Jugendlichen des ACJ auf das Campamento nach Cartago in den Bergen fahren. Ehrlich gesagt, war ich anfangs etwas skeptisch, aber es hat sich als wirklich schön rausgestellt. Wir hatten viel Spass miteinander und haben viele Spiele (Geschicklichkeitsspiele,Gruppenspiele, Laufspiele, Wasserspiele …) gespielt, haben Lagerfeuer gemacht, sind eine Schlammrutsche runtergerutscht (Ich sah danach aus, als hätte ich mir in die Hose gemacht) haben getanzt, geredet und wenig geschlafen. Aber es war wirklich sehr schön und die Landschaft dazu war auch wirklich Bilderbuchmäßig. Als ich heimgekommen bin, hab ich mich erstmal in mein Bett gelegt und hab ein Nickerchen gemacht.


Ein paar Zeilen zu mir persönlich; Ich muss sagen, dass es mir hier wirklich recht gut geht. Auch wenn ich ab und und zu meine Lieben in Deutschland schon sehr vermisse, bin ich gerne hier und fühle mich in meiner Gastfamilie gut aufgehoben und unternehme oft etwas mit ihr. Vor zwei Wochen war Johanny, meine Gastmama leider sehr krank und musste sogar für 2 Tage ins Krankenhaus; Aber Gott sei Dank ist sie inzwischen wieder fit. Am letzten Samstag war bei uns „El Rosario del Niño“. Das ist hier ein katholischer Brauch, dem Jesuskind für alles zu danken und um für Gesundheit und Bewahrung der Bewohner zu bitten. Das Ganze fand im Wohnzimmer vor der Krippe statt. Außerdem wurden Lieder gesungen und danach gegessen.

Essen ist hier eh sehr wichtig: Egal ob bei einer Aktion mit vielen oder nur bei einem Kurzbesuch bei einer Freundin, man trinkt und isst etwas zusammen. Dazu zu sagen ist, dass bei Festen oder Geburtstagen man von Plastiktellern isst und aus Plastikbechern trinkt. Auch dürfen schon die Allerkleinsten zum Frühstück Kaffee trinken.


Ab dem 28. Februar bis zum 4. März werde ich mit anderen Voluntären aus Deutschland in Puerto Viejo de Sarapiquí sein. (Das ist nicht das Puerto Viejo, wo ich schon war ;). Hab mich am Anfang auch vertan.) Der Grund dafür ist das Zwischenseminar, das zur Hälfte der Voluntärszeit vorgeschrieben ist. Ich bin gespannt, wie es wird und werde euch davon berichten.


Ach ja, die Fassade des ACJ wird zur Zeit gestrichen und schön gemacht, ich bin hellauf begeistert davon.
Vielen lieben Dank für eure Gebete, für eure großzügigen Spenden und für eure wirklich rührende Anteilnahme und Interesse!


Gottes Segen!!!


Bis Bald,
Eure Ruth

PS: Ich hab einen Blog: www.free-blog.in/RuthinCostaRica und unter www.kirche-kasendorf.de

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