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1. Rundbrief von Miriam Janke aus Costa Rica

miri1Hallo, liebe Freunde in Deutschland!

Es ist echt unglaublich, aber ich bin schon fast 4 Wochen hier in Costa Rica!! Und deswegen ist es an der Zeit, dass ihr mal von mir zu hören bekommt. Ich habe mich gut eingelebt, meine Gastfamilie hat mich liebevoll aufgenommen und ich fühle mich dort richtig wohl. Ich wohne in der Gastfamilie meiner Mitvolontärin Jaci, was das Problem mit der Sprache sehr  vereinfacht, da sie dann das übersetzen kann, was ich gar nicht verstehe. Meine Gasteltern haben 6 Kinder, aber nur die jüngste Tochter (20 Jahre alt, studiert) und der jüngste Sohn (15, geht noch zur Schule) wohnen noch zu Hause, die anderen vier kommen aber oft ihre Eltern besuchen. Auch die Enkelkinder sind oft da, wenn ihre Eltern arbeiten müssen, so ist immer jemand zu Hause und das Haus ist oft voll. Meine Gasteltern haben ein kleines Geschäft, in dem man alles Mögliche, von Spielsachen über Bastelartikel zu Seife und Geschirr, kaufen kann, so sind sie immer da, wenn ich nach Hause komme. Mein Zimmer ist zwar recht klein, aber es ist groß genug für alles, was ich brauche, es wurde sogar extra für mich noch umgebaut, es hat ein Fenster und Regalbretter bekommen. Echt lieb von meiner Gastfamilie!

Auch im ACJ habe ich mich gut eingelebt, die Arbeit mit den Kindern macht großen Spaß und ich bin froh und dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, hier zu sein! Ich bin bei den kleinen Kindern von 1 ½ bis 7 Jahren, die Gruppe ist nochmal aufgeteilt in die ganz kleinen, die Babys von 1 ½ bis 4 Jahren und in die größeren Babys von 5 bis 7 Jahren, jede Gruppe hat ihre Erzieherin, die beide aber oft nicht gleichzeitig da sind. Da morgens die Kinder schon von 6 Uhr an kommen können, muss morgens schon jemand da sein, und jemand muss bis abends da sein, da die letzten Kinder werden erst gegen 18 Uhr wieder geholt. Deswegen ist eine Erzieherin von 6 bis 14 Uhr da, die andere von 11:30 bis 18 Uhr, meine Mitvolontärinnen Ruth und Jaci und ich sind täglich von 8 bis 17 Uhr im ACJ. Eine von ihnen ist bei mir in der Gruppe, die andere arbeitet mit den großen Kindern von 8 bis 13 Jahren, sie tauschen jede Woche, sodass ich jede Woche mit jemand anderem zusammen arbeiten darf. Zusammen mit den Kinder spielen wir oft, wir basteln, malen, kneten, streiten, versöhnen, weinen, trösten, hören Musik, schauen Fernsehen, kitzeln uns, lachen, schmusen, erzählen, und noch vieles mehr. Ich fühle mich richtig wohl dort und die Arbeit mit den Kindern macht richtig viel Spaß, auch wenn ich oft noch nicht ganz verstehe, was sie zu mir sagen, aber oft klappt die Kommunikation dann doch irgendwie, oft verstehe ich zumindest in etwa, was sie von mir wollen. Vor drei Wochen wurden im ACJ alle kaputten Glühbirnen ausgetauscht und Ruth meinte dann zu mir, dass es so hell eigentlich noch nie war!

Ich hmiri2abe mich an viele Veränderungen gewöhnt, da ist zum einen die andere Infrastruktur, die Straßen sind zwar breiter als bei uns, laden aber auch gerne zum Überholen auf der gleichen Straßenseiten ein, so muss man beim Überqueren der Straßen echt gut aufpassen. Man muss eh gut aufpassen, da zwischen Gehweg und Straße oft Gräben oder Löcher sind, sodass der Regen besser abfließen kann. Letztens hat es richtig stark geregnet und danach war so ein Loch, etwa 1m tief, 1m lang, 0,5m breit, bis oben hin voll mit Wasser, war echt erstaunlich. Die Gehwege haben oft kleine Löcher oder sind zumindest nicht so eben, dass man da auch Acht geben muss, um nicht zu stolpern. Auch die Häuser unterscheiden sich von denen in Deutschland, zum einen haben alle Häuser Gitter und Zäune vor den Türen und Fenstern, und zum anderen sind sie auch viel kleiner. So wohnen wir zu sechst auf etwa der Hälfte der Wohnfläche wie in meinem Zuhause in Deutschland und oft sind noch andere Gastgeschwister und Gastenkel da, die teilweise auch hier schlafen. Auch an den Müll, der überall auf der Straße liegt, musste ich mich erst gewöhnen. Hinzu kommt das andere Essen, eigentlich gibt es immer Reis, und dazu meistens rote Bohnen und Fleisch, oft Hühnchen. Natürlich gibt es nicht jeden Tag immer nur das gleiche, es gibt viele verschiedene Varianten. Ich glaube, so viel Fleisch, wie ich hier in diesem Monat schon gegessen habe, habe ich in Deutschland in den letzten 2-3 Monaten gegessen, denn hier gibt es quasi jeden Tag Fleisch! Die Ticos (so nennen sich die Costa Ricaner selbst) essen oft nur mit Löffel, bei Reis und Bohnen ist das kein großes Problem, aber wenn es Fleisch gibt, kann es schon zum Problem werden. So Stand ich vor zwei Wochen von der Herausforderung ein Stück Fleisch nur mit der Gabel zu essen, ich sah wohl so hilflos aus, dass mir Lorena, die Köchin im ACJ, ein Messer gebracht hat! Welch ein Glück! Zum Frühstück gibt es oft Gallo Pinto, ein Nationalgericht aus Reis mit Bohnen, schmeckt echt lecker, mit Spiegelei oder oft esse ich auch Rührei mit Tomaten und Zwiebeln und gebratene Bananen, das schmeckt richtig köstlich. Dazu gibt es Fresco, leckerer Fruchtsaft. Das Essen hier schmeckt mir echt gut, wie man wohl herausgehört hat, es ist echt lecker. Das Wetter ist auch anders, da im Moment gerade Regenzeit ist, regnet es fast jeden Tag, oft fängt es am Nachmittag an und regnet dann bis abends, es kann aber auch schon morgens oder gegen Mittag anfangen. Manchmal regnet es viel, richtig in Strömen, sodass man voll durchnässt wird, aber es kann auch nur mal tröpfeln oder regnet nur leicht und kurz. Bis jetzt ist es noch echt unterschiedlich, es ist ja auch erst der Anfang der Regenzeit, vielleicht kann ich bald die Uhr danach stellen, wann der Regen anfängt. Leider hatte ich meinem Regenschirm vergessen, aber mein Gastpapa hat mir am ersten Tag gleich einen geschenkt, echt lieb von ihm.

Zusammen mit meinen Mitvolontärinnen Ruth und Jaci unternehme ich viel, wir waren schon zusammen in San José und die zwei haben mir die Stadt gezeigt. Auch waren wir schon in San Pedro in der Mall und im Kino dort. Die Stadt ist echt riesig und alleine hätte ich echt Angst, dass ich mich verlaufen würde, aber ich habe ja zwei, die sich gut auskennen. In Cartago waren wir auch schon, dort haben wir uns zusammen die Stadt angeschaut, die Basilika und die Ruine. Die Basilika ist groß und echt schön, wir haben uns den Innenraum mit den vielen Malereien angeschaut und viele Fotos gemacht. Die Ruine ist zwar etwas verfallen, im Innenhof aber wunderschön bepflanzt, leider kann man nur nicht hineingehen und muss sich damit begnügen durch den Zaun zu schauen. In der Ruine haust angeblich ein kopfloser Mann, wir haben ihn nicht gesehen, aber bestimmt sieht der ein oder andere abergläubische Tico ihn noch. Cartago ist etwa 20km von San José entfernt, für die Hinfahrt haben wir aber über eine Stunde gebraucht, da der Verkehr so schleppend war, zurück haben wir die Strecke in nicht mal einer halben Stunde zurückgelegt. Dies war echt erstaunlich und alles in allem war es ein echt schöner Tag gewesen.

Auch mit den anderen Freiwilligen vom ACJ, also Mitarbeiter oder jugendliche Teilnehmer, unternehme ich viel. Montagabends ist immer Reunión von den Freiwilligen, also so eine Art Teeniekreis oder Mitarbeiterkreis, bei der es immer einen thematischen Teil gibt, was Kreatives dazu, und oft werden dann noch Termine und anderes besprochen. Dienstagabends geben Ruth und Jaci Deutschunterricht für die Freiwilligen, sie können schon richtig viel: Farben, Fragewörter, Verben konjugieren, einfache Sätze bilden, kurze „Kennenlern-Dialoge“ führen, echt eine tolle Arbeit von Ruth und Jaci! Ich bin als dabei und verbessere mein Spanisch, das zwar schon besser als am Anfang ist, aber oft genug verstehe ich immer noch nichts. An einem Sonntag waren wir alle zusammen auf einer Finka, ein Grundstück mit überdachter Sitzgelegenheit, Swimmingpool, großer Rasenfläche und Klohäuschen. Zusammen haben wir viele Spiele gespielt, auch im strömenden Regen, und es hat echt Spaß gemacht, den Tag mit den anderen zu verlebt, es war echt toll.

Letzte Woche waren wir von Donnerstag bis Samstag mit den älteren Kindern (etwa 8 bis 12 Jahren) von Ana Frank auf Campamento, irgendwo in den Bergen bei Cartago. Die Kinder vom ACJ waren vorher total aufgeregt, sie haben sich voll darauf gefreut, es ist halt schon etwas Besonderes mit seinen Freunden ohne die Eltern einmal wegzufahren, dementsprechend war auch die Stimmung im Bus, es hing Vorfreunde und freudiges Erwarten in der Luft. Im „Campamento Oikoumene“ gibt es verschiedene Häuser mit Unterkunft für die Gruppen, ein größeres Haus mit großem Saal und Küche, ein Essenszelt, ein Spielplatz, ein Lagerfeuerplatz, ein Betonplatz zum Spielen und viel Wiesen und Grün. Die Landschaft ist einfach traumhaft mit vielen Bergen und ein Bach floss an unserem Haus vorbei. Tagsüber war es richtig heiß, sodass alle kurze Hosen anhatten, aber nachts ist es dann voll abgekühlt, sodass ich gefroren habe. Alle zusammen waren wir 46 Personen: 10 Freiwillige vom ACJ Costa Rica, 12 Freiwillige vom YMCA Atlanta/USA, 21 Kinder von Ana Frank und wir drei Volontärinnen. Wir haben drei richtig tolle Tage verlebt und viel Spaß zusammen gehabt. Die Freiwilligen waren die ganze Woche von Montag ab dort und haben zusammen Campamento gehabt, sich kennengelernt, zusammen gespielt und eine tolle Zeit zusammen gehabt. Ruth, Jaci und ich sind dann Donnerstagmorgen mit den Kindern dazu gestoßen. Zusammen haben wir viele Spiele gespielt, gemalt, gebastelt, gesungen, erzählt, Spaß gehabt, es war eine richtig gute Zeit, die wir dort verbracht haben. Die Gemeinschaft war super und es haben sich in der kurzen Zeit richtige Freundschaften zwischen den Jugendlichen vom ACJ Costa Rica und vom YMCA Atlanta entwickelt. Auch den Kindern hat es sehr gut gefallen, die Spiele waren auf sie abgestimmt und es hat ihnen richtig viel Spaß gemacht. Leider waren die drei Tage viel zu schnell vorbei und wir mussten uns von den Amerikanern verabschieden. Zum Abschluss gab es ein Essen im ACJ, zu dem auch noch die anderen Freiwilligen vom ACJ gekommen sind, sodass wir richtig viele Jugendliche waren. Zusammen haben wir gespielt, getanzt, und viel erzählt und am Ende stand leider der Abschied von den YMCAer aus Atlanta, da sie noch in der Nacht zurückgeflogen sind. Wir hatten zusammen eine echt tolle Zeit verlebt und ich bin froh und dankbar, dass ich dabei sein durfte.

Am Montag habe ich mit einen Spanischkurs begonnen, um mein Spanisch zu verbessern, ich lerne viel und es ist teilweise richtig anstrengend, vor allem, weil ich danach noch in den ACJ gehe und mich um die Kinder kümmere. Abends darf ich dann noch Hausaufgaben machen, und bin richtig froh, wenn ich ins Bett gehen und endlich schlafen kann.

Ich genieße die Zeit hier und fühle mich richtig wohl, wie zu Hause. Ich wurde sehr freundlich aufgenommen und es macht mir richtig Spaß mit den Kindern zu arbeiten. Ich freue mich jeden Tag neu, wieder mit den Kindern im ACJ spielen zu dürfen und mit ihnen Zeit zu verbringen. Ich bin echt dankbar, dass ich diese Möglichkeit bekommen habe und danke Gott dafür, dass es mir hier so gut geht. Und ich danke auch euch für eure Gebete und Gedanken und denke oft an euch, an meine Freunde und meine Familie in Deutschland.

Ich wünsche euch alles Gute und Gottes Segen und sende euch liebe Grüße aus Costa Rica

eure Miriam

P.S.: Wer den Rundbrief nicht erhalten hat, ihn aber gerne bekommen würde, darf sich gerne bei mir melden, um ihm auch zu erhalten. Außerdem habe ich auch einen Blog, den ihr gerne besuchen dürft, unter http://miriamincostarica.myblog.de gibt es öfters Interessantes von mir zu hören.

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