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2. Rundbrief von Miriam Janke aus Costa Rica

Hallo liebe Freunde in Deubild2tschland!

Ich hoffe, euch geht es allen gut soweit und ihr genießt einen tollen Sommer, auch wenn das Wetter nicht immer so toll sein soll?! Mir geht es auch gut, ich fühle mich immer noch wohl und genieße die Zeit hier. Meine Spanischkenntnisse werden, dank Sprachkurs, jede Woche besser. Der Sprachkurs macht mir richtig viel Spaß.

Ich habe von Montag bis Donnerstag je drei Stunden am Tag Einzelunterricht, der Unterricht ist voll auf mich abgestimmt und ich lerne das, was ich noch nicht kann und auch das was noch nicht sitzt, wird dann öfters wiederholt. Meine Sprachlehrerin heißt Sandra und war schon selbst in Deutschland beim CVJM Pfalz, sie und mein Vater kennen sich und der Vater ihrer Kinder war schon neben mir am Tisch in unserem Haus in Deutschland gesessen. Wie klein doch die Welt ist! Der Unterricht besteht neben Grammatik und neuen Vokabeln, auch aus Kochen von costaricanischem Essen und Fresco aus Früchten haben wir auch schon des Öftern zubereitet. Zusammen waren wir auch schon in San José, im teatro nacional und im museo nacional. Es ist echt abwechslungsreich, mir macht es viel Spaß und ich bin richtig froh, dass ich den Sprachkurs mache, denn sonst wäre ich mit meinen Spanischkenntnissen noch lange nicht so weit, wie ich im Moment bin.

 

Die Arbeit mit den Kindern im ACJ bereitet mir immer noch große Freude. Die Kinder sind meistens ganz lieb und nett, aber sie machen auch mal das, was sie eigentlich nicht sollten. Es macht aber trotzdem großen Spaß, auch wenn es manchmal echt anstrengend sein kann. Ich freue mich jeden Tag aufs Neue, dass ich den Tag mit ihnen verbringen darf.

Vor zwei Wochen haben wir einen neuen Fernseher bekommen, einen tollen, modernen Flachbildschirm-Fernsehen, der an der Wand hängt. Bei dem alten, den wir vorher hatten, hat sich das Bild manchmal selbstständig gemacht und war dann nur schwer wiederzubekommen. Mit dem neuen Fernseher haben wir auch einen neuen Teppich bekommen, der vor dem Fernseher liegt und auf den sich die Kinder zum Schauen setzen können. Dadurch wurden einige Möbel auch umgeräumt, sodass wir wieder mehr Platz haben. Außerdem haben wir einen neuen Hängeschrank bekommen, den man sogar abschließen kann und obwohl er schon fast zwei Wochen hängt, ist er immer noch nicht eingeräumt!

Ein Kind, das mittags, wenn es eigentlich schlafen soll, immer in seinem Bettchen rumturnt, ist letztens durchs Bett gefallen: Das Brett, auf dem die Matratze liegt, wird nur von Latten außen um das Gestell gehoben und dieses Brett hat sich verschoben und ist durchgefallen, die Matratze und das Kind mit. Es gab etwas Aufregung, es wurden Betten getauscht, und alles hat seinen gewöhnlichen Gang wieder genommen.

Mittwochs darf ich als bei Sportunterricht helfen, bzw. gestalten. Es ist nicht immer ganz so einfach mit etwa 16 Kindern Sport zu machen. Vor allem, wenn etwa nur die Hälfte der Kinder richtige Sportkleidung dabeihat. Zum Zweiten ist es in der Zeit, in der sie sich normalerweise ausruhen und schlafen. Ich verstehe zwar nicht so ganz, wieso es unbedingt in dieser Zeit sein muss, aber ja. Die Kinder sind oft nicht so konzentriert bei der Sache und unterhalten sich lieber oder machen Blödsinn. Sie sind oft in zwei Gruppen aufgeteilt, von dem immer ein Kind die Übungen macht, die ich sage, die anderen müssen warten und „gestalten“ ihre Wartezeit lieber selbst als aufzupassen und zuzuschauen, was die anderen machen. Trotzdem bemühen sie sich immer die Übungen, die ich ihnen zeige nachzumachen und meistens klappt es auch ganz gut. Manches und manche können es noch nicht so gut umsetzten, aber man merkt, dass sie es gerne richtig umsetzten würden und sich anstrengen. Ich würde gerne auch mal mit ihnen turnen, denn des Öftern machen sie auch Räder, aber hier gibt es nur so kleine Matten, auf denen sie nachmittags schlafen, und anfangs will ich lieber Übungen zum Aufbau von Spannung und Konzentration machen. Mal schaun, was sich noch so ergibt! Je nachdem, wie die Umsetzung der Übungen, die ich im Moment mit ihnen mache, sich entwickelt und wie die Kinder sich anstellen.

Diese Woche haben wir ein neues Kind bekommen, einen Chiquito nuevo, wie die anderen Kindern ihn nennen. Mit seinen 14 Monaten ist er noch echt jung und kann auch noch nicht richtig sprechen. Oft muss er weinen, weil er seine Eltern vermisst und mittags schlafen will er auch nicht, aber er spielt auch schon ab und zu mit den anderen Kindern. Ich tröste ihn als, wenn er weinen muss, er mag mich und ich kümmere mich gerne um ihn. Er tut mir etwas Leid und ich verstehe nicht so ganz, wieso die Eltern ihn schon so früh zu uns bringen. Ich finde es echt problematisch, denn die kleinen Kinder brauchen ihre Eltern und können sich nicht so schnell an andere, fremde Menschen gewöhnen. Auf der anderen Seite kann ich es auch nachvollziehen, wenn die Eltern arbeiten müssen, um Geld zu verdienen. Aber man sollte auch an die Kinder denken, die die Eltern und die Erziehung durch die Eltern brauchen. Ich hoffe und bete für ihn, dass er sich schnell eingewöhnt und sich bei uns wohlfühlt.

Am 25. Juli mussten wir leider meine Mitvolontärin Ruth Schulze verabschieden. Sie war in Zusammenarbeit mit dem CVJM Pfalz und CVJM Kasendorf für 10 Monate in Costa Rica und hat, wie ich auch, im Centro Infantil Ana Frank gearbeitet. Montags vorher, bei ihrer letzten Reunión mit den Freiwilligen vom ACJ Costa Rica, waren ganz viele Freiwillige da. Es gab was zu essen und zu trinken, wir haben Bilder von Ruth im ACJ und mit den Freiwilligen angeschaut, Musik gehört, erzählt und die letzten Fotos gemacht.

Freitags haben wir dann mit den Kindern gefeiert: Alle Kinder waren verkleidet, sie haben einen Tanz einstudiert gehabt, den sie gezeigt haben und ein Lied vorgesungen. Wir haben Bilder von Ruth und den Kindern gesehen und leckeren Kuchen gegessen. Ruth hat von den Kindern viele Geschenke bekommen und sie hat den Kindern Kinderschokolade aus Deutschland und ein Armband geschenkt. Ruth ist den Kindern richtig ins Herz gewachsen und alle haben sie gerne gehabt. Am Schluss mussten dann noch ein paar Kinder weinen, dennoch war es ein schöner Tag gewesen. Danach sind noch die Freiwilligen gekommen und haben Ruth eine Flagge von Costa Rica mit vielen guten Wünschen  und viele Briefe geschenkt. Es war echt bewegend und traurig, und obwohl Ruth sich auf ihre Familie in Deutschland gefreut hat, wäre sie auch gerne noch hier geblieben.

Zusammen mit den Freiwilligen war ich Rollschuh laufen, es war echt etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem, da die Rollschuhe schon etwas älter waren und dazu noch richtig schwer. Meine waren außerdem etwas zu groß, was die Sache nicht vereinfacht hat. Aber mit der Zeit habe ich mich dran gewöhnt gehabt und es hat immer besser geklappt und sogar richtig Spaß gemacht. Wir waren insgesamt zu siebt gewesen und zwei davon konnten noch nicht fahren, aber das war gar nicht schlimm, wir haben sie einfach an die Hand genommen und sind langsam, aber sicher gefahren. Es hat richtig Spaß gemacht und es war ein echt schöner Nachmittag.

Letzten Samstag war ich in San José unterwegs, und habe alleine die Stadt etwas erkundet. Ich bin zwar teilweise mehr umhergeirrt als wirklich gewusst, wo ich war, aber ich habe alles gefunden, was ich gesucht habe. Das Wetter war echt super, voll warm und kein Regen, es war ein richtig toller Tag gewesen.

Am Sonntag war ein Erste-Hilfe-Kurs im ACJ, bei dem viele Freiwillige anwesend waren. Wir wurden von drei jungen Leuten vom costaricanischen Roten Kreuz unterrichtet und haben viel gelernt. Auch wenn, meiner Meinung nach, fast das Wichtigste mit stabiler Seitenlage und Wiederbelebungsmaßnahmen gefehlt hat, war es echt interessant und gut, meine Erste-Hilfe-Kenntnisse mal wieder aufzufrischen.

Mit meiner Familie habe ich bis jetzt noch nicht viel unternommen, was ich etwas schade finde. Ich habe auch noch nicht so viel vom Land gesehen, aber ich werde mit meiner Sprachlehrerin und einer Gruppe deutscher Sprachschüler nächstes Wochenende ans Meer fahren. Ich freue mich schon riesig drauf und bin echt mal gespannt, wie es wird, hoffentlich haben wir gutes Wetter! Ansonsten will ich, wenn ich noch besser Spanisch kann, sodass ich alles verstehe und auch gut sprechen kann, mir das Land anschauen und viel unternehmen.

Soweit mal von mir, ich danke euch für eure Gedanken und Gebete und denke oft an euch und freue mich von euch zu hören, wie es euch geht und was ihr so macht.

Alles Liebe und Gottes Segen aus Costa Rica

Eure Miriam

 

P.S.: Wer noch mehr bzw. öfters Informationen möchte, darf sich gerne mal auf der Internetseite des CVJM-Weltdienst-Arbeitskreis www.cvjm-weltdienst-pfalz.de umschauen oder auch meinen Blog unter http://miriamincostarica.myblog.de besuchen.

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