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5. Rundbrief aus Costa Rica von Miriam

miriHallo ihr Lieben!

Es ist schon wieder ein Monat vergangen und meine letzten eineinhalb Monate hier sind angebrochen. Ich weiß nur noch nicht so genau, ob ich mich darüber freuen soll oder nicht.

Hier im ACJ ist noch alles klar soweit, die Arbeit mit den Kindern macht mir immer noch sehr viel Spaß, auch wenn ich abends immer erschöpft und müde nach Hause komme. Im letzten Monat ist noch ein neues kleines Kind gekommen, er ist erst 20 Monate und heult viel. Anfangs war noch seine Schwester mit, aber sie geht jetzt in eine andere Guadería, also Kindertagesstätte.

Zum Glück hat er sich jetzt schon etwas eingewöhnt und muss nicht mehr ganz so oft weinen wie am Anfang, auch wenn er als immer noch weinen muss, wenn seine Eltern gehen, aber danach geht es meistens etwas besser und er muss kaum noch weinen. Die anderen neuen Kinder haben sich recht gut eingewöhnt, das Mädchen, dass am Anfand immer so viel weinen musste, muss heute immer noch ab und zu weinen, aber zum Glück nicht mehr so viel wie am Anfang. Über das andere Mädchen habe ich erfahren, dass sie bei ihren Großeltern wohnt, weil ihre 22-jährige Mutter abgehauen ist, und der 19-jährige Vater noch zu Hause wohnt. So wird die Kleine als von ihrer Uroma gebracht. Wir haben am Anfang gedacht, dass das die Oma ist, aber ja, nachdem wir dann das erfahren haben, wundert es uns auch nicht mehr so arg, dass das Mädchen so schlecht hört und einfach macht, was sie will, denn zu Hause darf sie bestimmt alles machen. Hoffen wir, dass sie noch lange her kommt, denn hier werden ihr immerhin ein paar Grenzen aufgezeigt, denn alles darf sie hier nicht machen. Hoffen und beten wir für sie, dass sie die Erziehung, die sie mitnehmen darf, auch annimmt.

In den letzten Wochen durfte ich öfter den Sportunterricht alleine gestalten, weil Martha, die Señora, die die Kinder betreut, früher weg musste. Das erste Mal hat es nicht so gut geklappt, die Kinder haben viel geredet und alles andere gemacht, als was sie sollten. Deshalb sind wir danach auch nicht, wie üblich auf den Play, also den Spielplatz, gegangen, als Bestrafung. Aber das letzte Mal hat es recht gut geklappt, das hat mich richtig gefreut. Zum Abschluss haben wir dann sogar noch ein Spiel gespielt, dass sie alle gerne spielen und alle waren voll froh, ausgelassen und glücklich. Es war voll schön gewesen, auch ich war danach glücklich und froh gewesen, dass es so gut geklappt hat. Es macht richtig viel Spaß mit den Kindern Sport zu machen.

In der letzten Zeit konnten wir leider nicht so oft raus gehen, weil es so oft geregnet hat, deshalb waren wir öfters im Gimnasio oder auf den Play, also in der Sporthalle oder auf dem Spielplatz, oder die Kinder haben gespielt, gemalt oder gebastelt. Diese Woche haben wir Nudelbilder gemacht, die Kinder durften Nudeln auf ein Blatt Papier kleben, auf das wir vorher ein Haus, ein Kreis und zwei Wellen gemalt hatten. Danach durften sie die Nudeln und das Blatt noch mit Wasserfarben bemalen. Es sind echt tolle Bilder rausgekommen und den Kindern hat es richtig viel Spaß gemacht.

Das Wetter soll zum Glück bald besser werden und in letzter Zeit gab es auch schon wieder ein paar schöne Tage, auch wenn es immer noch viel regnet. Wegen dem vielen Regen waren des Öfteren meine Schuhe völlig durchnässt. Meine beiden Mitvolontärinnen haben sich Gummistiefel gekauft, ich wollte mir aber keine kaufen. In diesen Tagen kam auch kaum die Sonne zum Vorschein. Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie gut es tat, als sie morgens mal wieder geschienen hat. Da musste ich gleich mal etwas stehen bleiben und die Sonne auf mein Gesicht scheinen lassen. Ich hätte nicht gedacht, dass mir die Sonne so gefehlt hat. An diesem Tag sind wir dann auch gleich mit den Kindern raus auf den Betonplatz vor dem Gebäude gegangen, sodass sie die tolle Sonne nutzen konnten. Zum Glück scheint sie in den letzten Tagen jetzt wieder öfter, aber leider regnet es trotzdem noch recht stark.

Zusammen mit Hanna, Nora und Naima, war ich an einem Wochenende in Cahuita, einem kleinen schönen Dorf an der Karibik- Küste. Wir waren viel am Strand und haben uns entspannt und ausgeruht. Den Parque Nacional, der direkt neben dem Dorf liegt, haben wir auch besucht. Früh morgens sind wir zusammen mit einem örtlichen Führer aufgebrochen, dieser hat uns allerhand gezeigt und erklärt, es war sehr spannend und informativ. Wir haben Affen, Faultiere, Schmetterlinge, Leguane, Ameisen und sogar zwei Schlangen gesehen, ich habe sogar Termiten gegessen, die aber nicht so toll geschmeckt haben. Er hat uns auch noch Früchte gezeigt, die wir essen durften, die richtig lecker waren. Zum Abschluss gab es dann noch Ananas und Zuckerrohr zum Essen und Pipa, also grüne Kokosnuss, zum Trinken, war echt toll. Da wir dann ziemlich weit vom Dorf weg waren, sind wir mit einem Boot wieder zurückgefahren, das war auch ein tolles Erlebnis! Wir sind froh, dass wir mit jemandem unterwegs gewesen waren, der sich so gut auskennt, denn dadurch haben wir viele Tiere gesehen und alles Mögliche über den Wald gelernt. Den Rest vom Tag haben wir dann am Strand verbracht und die Zeit genutzt, um zu entspannen, zu schlafen und uns im Meer zu vergnügen. Das Wochenende war richtig toll, und wir waren froh, dass wir den Montag auch noch frei hatten, denn so hat es sich erst richtig gelohnt.

Letzten Samstag war ich auf dem Vulkan Irazú, ich bin mit dem Bus von San José aus etwa zwei Stunden hingefahren. Am Anfang war es total nebelig und ich dachte schon, dass ich gar nichts sehen kann und war schon fast etwas enttäuscht. Aber dann hat sich der Nebel gelichtet und ich konnte die zwei Krater sehen. Es war sehr schön und doch anders als ich mir es vorgestellt hatte. Bei schönstem Wetter kann man von dort auch bis zum Pazifik und zur Karibik sehen, aber so gutes Wetter war dann doch nicht gewesen, aber immerhin habe ich die beiden Krater gesehen.

Letzten Samstag war ich mit meinem Gastvater, einer Gastschwester und ihrem Sohn auf einem riesigen Gemüsemarkt. Dort war ich schon mal mit gewesen, aber es war wieder voll interessant und spannend. Dort gibt es einfach so viel zu sehen und zu bestaunen, so viele verschiedene Früchte und Gemüse, echt unglaublich! Ich finde es eh immer spannend mit „unserem“ Auto zu fahren, es ist schon etwas älter und man kann damit auch nicht mehr so weit fahren, weil es Öl verliert und erst repariert werden muss. Die Fenster, die sogar automatisch sind, lassen sich auch nicht mehr so gut schließen und der eine Sitz wackelt auch etwas arg. Als wir dann wieder nach Hause fahren wollten, ist es erst gar nicht angesprungen und ich habe schon gedacht, jetzt müssen wir mit dem Bus zurückfahren, aber zum Glück wollte es dann doch noch fahren und wir sind gut nach Hause gekommen.

Nächste Woche will ich mir frei nehmen, um noch etwas das Land zu bereisen, denn lange bin ich nicht mehr hier, und sonst glaube ich, dass mir die Zeit einfach davonläuft, und ich mir nicht mehr viel anschauen kann. Das wäre echt schade, denn bis jetzt habe ich leider irgendwie immer noch nicht so viel gesehen und das Land ist einfach so schön und vielseitig. Deswegen nutze ich die nächste Woche, um mir Monteverde, die Nicoya-Halbinsel, den Norden und den Arenal anzuschauen. Ich hoffe, dass alles so klappt, wie ich es mir vorstelle und ich viel sehen kann.

Soweit mal von mir, ich danke euch herzlich für eure Gebete, denn die Kinder können Gottes Schutz gut gebrauchen. Außerdem freue ich mich immer von euch zu hören und hoffe, dass wir uns bald wieder sehen.

Ich wünsche euch alles Liebe und Gute und Gottes Segen

Liebe Grüße aus Costa Rica

Miriam

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