Schulungen - Grundsätzliches

Logo_UN-Dekade_Offizielles_Projekt_2010_2011Bildung für nachhaltige Entwicklung im CVJM Pfalz e.V.

I. Grundsätzliches

Die UNESCO hat eine UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung ins Leben gerufen. Der CVJM Pfalz hat sich in seinen Schulungsprogrammen dieser nachhaltigen Entwicklung verpflichtet.

In unserer umfassenden Bildungsarbeit (im Zeichen des CVJM-Dreiecks) setzen wir uns ein, für ein Leben ohne Armut. Die Ressourcen dieser Welt sollten fair verteilt werden und auch die zukünftigen Generationen müssen die selben Chancen auf ein erfülltes Leben haben, wie wir.

Als Christinnen und Christen wollen wir die gute Schöpfung Gottes bewahren und beschützen, unsere Schwestern und Brüder auf der ganzen Welt im Blick haben Mit der Entwicklung der Wirtschaft soll eine soziale und gerechte Weltordnung gefördert werden, die zum Frieden auf der Welt beiträgt.

Vom Neuen Testament her sind wir beauftragt und vielfältig begabt, an Gottes Reich mit zu arbeiten. In jedem von uns sind großartige Potentiale angelegt.

Mit unseren vielfältigen Programmangeboten wollen wir helfen, dass besonders Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene ihre Gaben und Fähigkeiten entdecken und entwickeln können, sodass sie ihre Lebens-und Zukunftsgestaltung selbst in die Hand nehmen können und sich als verantwortlichen Teil der „Einen Welt“ sehen lernen.

Das nachhaltige Lernen mit Kopf, Herz und Hand liegt unseren Angeboten zugrunde. Wir ermöglichen: wissen, (er)leben und begegnen.

In der UN-Dekade für nachhaltige Entwicklung werden drei Ziele und deren Verknüpfung in besonderer Weise herausgehoben

Soziales Engagement - Ökologie - Ökonomie.

II. Kompetenzen

Drei Kompetenzbegriffe werden im Dekade Projekt  methodisch erarbeitet:

1.       Sach- und Methodenkompetenz
2.       Sozialkompetenz
3.       Selbstkompetenz.

Diese drei Kompetenzbegriffe werden noch einmal in zehn Teilkompentenz untergliedert. Im Nachfolgenden wird dargestellt in welchen unserer Inhalte entsprechend einer nachhaltigen Entwicklung diese Kompetenzen vermittelt werden.

1. Sach- und Methodenkompetenz

1.1              Weltoffen und neue Perspektiven  - integrierendes Wissen aufbauen

Im CVJM-Pfalz wird eine weltoffene und weltwahrnehmende Gemeinschaft gepflegt. Zu finden sind diese Weltoffenheit und diese neuen Perspektiven im CVJM-Schulungsprogramm an folgenden Punkten:

Innerhalb der Juleica-Schulung im Grundkurs findet ein Abend zum Thema „Weltdienst“ statt. Der CVJM-Pfalz pflegt seit Jahrzehnten eine intensive Gemeinschaft mit dem YMCA Tansania und dem ACJ Costa Rica. Zur Zeit befindet sich eine Volontärin aus dem Bereich des CVJM´s in Costa Rica. Zu ihr wird über Newsletter und über die Homepage Kontakt gepflegt. Ein früherer Volontär erzählte an einem der Abende in der Juleica-Schulung über seine Zeit in Costa Rica und versuchte auch eine direkte Verbindung über Internet und Skype nach Costa Rica herzustellen.

Bei den anderen Angeboten, wie z.B. dem Musik-Wochenende findet der erste Abend ebenfalls unter diesem Aspekt statt.

Im Rahmen eines weltweiten YMCA-Programms, genannt „Weltbund Gebetswoche“, wird über Skype und eine Video- und Telefonschaltung mit den Mitarbeitern des ACE in Costa Rica ein gemeinsamer Abend gestaltet.

Der Arbeitskreis „Weltdienst“, so nennt sich der verantwortliche Kreis für diese Patenschaftsarbeit, unterstützt diese Aktion und begleitet diese Schulungs-maßnahme.

1.2.        Vorausschauend denken und handeln

In Schulungsmaßnahmen des CVJM-Pfalz ist auch dieser Punkt eingeplant. Schulungskonzepte sind beispielsweise Projektplanung, Jahresplanung für Gruppen-stunden, Weiterentwicklung von MitarbeiterInnen, Einsatz von Helfern, Finden von Unterstützern und anderen Dingen.

Im Aufbaukurs wird alle drei Jahre eine Einheit zum Thema „Perspektiven planen und entwickeln“ gehalten.

1.3.        Interdisziplinäre Erkenntnisse gewinnen und danach handeln

Schulungsmaßnahmen im CVJM-Pfalz bauen auf Kommunikation auf. Kleingruppenarbeit, Diskussionsrunden und eigenständiges Erarbeiten von Sachzusammenhängen sind nicht nur der Entwicklungspsychologie und der Methodik geschuldet. Das Handeln des CVJM unterliegt immer der Gleichbehandlung von Leib, Seele und Geist, der Ganzheitlichkeit oder der Nachhaltigkeit.

2. Sozialkompetenz

2.1.        Gemeinsam mit anderen planen und handeln können

Dies ist ein wichtiger Punkt innerhalb des Schulungskonzeptes des CVJM Landesverbandes. Der CVJM fühlt sich verpflichtet, eine Gemeinschaft unterschiedlicher Herkunft und unterschiedlicher Menschen zu gewährleisten. Theologisch ist der christliche Glaube nicht als individualistisches Prinzip zu begreifen. Christlicher Glaube ist immer nur im Zusammenhang mit Anderen, mit der Gemeinschaft anderer Menschen zu begreifen.  Dies wird im CVJM versucht zu leben.

So gehört es zum Schulungskonzept des CVJM-Pfalz dazu, dass vor Ort Mitarbeitergemeinschaften oder Mitarbeiterkreise entstehen. Hier soll die Arbeit des CVJM grundlegend und nachhaltig langfristig konzipiert, geplant und begleitet werden.

2.2.        An Entscheidungsprozessen partizipieren können

Der CVJM ist ein basisorientiertes Werk. Innerhalb des Schulungsprozesses des CVJM Landesverbandes wird im Rahmen der Vorstellung der Geschichte und des Werksauf-baus des CVJM deutlich gemacht, dass der CVJM sich als basisdemokratische Organisation versteht. Vor Ort ist er als Gruppe oder als Verein organisiert. In demokratischen Wahlen werden Vorstandsmitglieder oder Entscheidungsgremien zusammengesetzt. Diese Entscheidungsgremien wählen wiederum Delegierte für den Landesverband, die Delegierten wählen wiederum den Vorstand für den CVJM Landesverband. Junge MitarbeiterInnen bekommen möglichst früh einen Einblick in diese Entscheidungsprozesse und auch einen Einblick, wie sie sich in diese demokratisch-legitimierten Entscheidungsprozesse einbringen können.

Zusätzlich wird darauf geachtet, dass sie bereits in kleinen Übungen in den Schulungen und Freizeiten als Team Dinge gemeinsam vorbereiten. Feedback-Runden und Auswertungsrunden gehören selbstverständlich dazu und werden als Korrektur wahrgenommen.

Für spezielle Veranstaltungen und Arbeitssparten stehen den CVJM die sogenannten Arbeitskreise zu Verfügung. Hier können bereits ganz junge MitarbeiterInnen und Helfer an Entscheidungsprozessen mitwirken oder Veranstaltungen vorbereiten.

2.3.        Andere motivieren können, aktiv zu werden

Hier befinden wir uns sozusagen in einem der Kernkompetenzbereiche des CVJM. Da der CVJM in Deutschland sehr stark als eine christliche Bewegung im evangelischen Bereich wahrgenommen wird und entstanden ist, war schon immer die Motivation anderer eine Kernkompetenz.

In Rhetorik-Schulungen lernen unsere jungen MitarbeiterInnen sehr früh ihren eigenen Glauben und ihre eigenen Denkweisen formulieren und artikulieren zu können. In Übungen wird dies immer wieder vertieft und wiederholt.

Auch vor Ort drängen wir unsere jungen MitarbeiterInnen dazu, die Gruppenstunden und die Veranstaltungen nicht als One-Man-Show, sondern als Teamprojekte zu begreifen. So sollte, wenn möglich, kein Mitarbeiter und keine Mitarbeiterin einen Jugendkreis, eine Jungschar oder Kindergruppe alleine durchführen, sondern es sollte immer versucht werden, dass kleine Teams von zwei bis vier jungen MitarbeiterInnen unter der Anleitung eines etwas älteren eine Gruppenstunde wahrnehmen und durchführen.

3. Selbstkompetenz

3.1.        Die eigenen Leitbilder und die anderen reflektieren können

Auch dies gehört zur Kernkompetenz des CVJM. CVJM versteht sich als Bewegung, die dem Leitbild von Jesus Christus nachfolgt. Allerdings sollte dieses Leitbild nicht kommentarlos und widerspruchslos einfach kopiert  sondern kapiert werden.

In inhaltlichen Einheiten wird dieses Leitbild des CVJM und des christlichen Glaubens immer wieder neu formuliert und neu vorgestellt. In Diskussionsrunden im Anschluss an diese Vorstellungen können die jungen Menschen im CVJM und innerhalb der Schulung des CVJM ihre eigenen Ideen und auch ihre eigenen Vorstellungen an diesen Leitbildern entstehen lassen.

In unterschiedlichen Reflexionsmethoden am Ende von Veranstaltungen lernen die jungen Mitarbeiter wie eine organisierte und konstruktive Reflexion möglich ist

3.2.        Selbständig planen und handeln können

Der CVJM versucht möglichst früh junge Menschen zu einer verantwortungs-bewussten Mitarbeit im CVJM, in der Organisation des CVJM und der Kirchen-gemeinde zu bewegen.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass 16- oder 17-jährige MitarbeiterInnen vor Ort ein Projekt selbständig im Team vorbereiteten. Dieses selbständige Planen und Handeln können erlernen die Mitarbeiter in unseren Grund- und Aufbaukursen.

3.3.        Empathie und Solidarität zeigen können

Dass CVJM-Arbeit nicht nur vor der eigenen Haustür passiert, gehört zu dem Fundament des CVJM. Bereits 1855 hat der CVJM eine weltweite Gemeinschaft und Organisation entwickelt auf deren Grundlage bis heute die CVJM-Arbeit aufbaut. Dazu gehört es selbstverständlich auch Solidarität mit schwächeren und mit schlechter gestellten Menschen aufzubauen und zu pflegen.

Im Rahmen der CVJM-Schulung wird dieses Thema, nicht nur beim Weltdienstabend und den Weltdienstschulungsmaßnahmen dargestellt, sondern darauf hingearbeitet, dass bereits junge MitarbeiterInnen mit 16 oder 17 Jahren eine Einführung in Seelsorge erhalten. Grundlagen der Gruppendynamik, Wahrnehmung, der Nöte und der Bedürfnisse des Anderen sind dabei Ausgangspunkte.

3.4.        Sich selbst motivieren können, aktiv zu werden

„Seid aber nicht nur Hörer, sondern auch Täter des Wortes“, heißt es im Neuen Testament. Dies ist selbstverständlich Voraussetzung und Motivation für die CVJM-Arbeit. In allen Schulungsmaßnahmen des CVJM wird dies herausgestellt, nicht nur konsumieren sondern selbständig aktiv werden, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.

Das Neue Testament nennt dies das Reich Gottes ausbreiten. Dies wollen wir versuchen.

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